Besonders dreister Fall von illegaler Müllentsorgung

Türen, mit oder ohne Fenstereinrichtung, Stühle, alte Kleiderschränke, eine Sitzbank: Am Ufer des Balgheimer Sees im Norden, an einem Feldweg zwischen Straberg und Delhoven, liegt ein großer Berg Sperrmüll (Stand vergangenen Mittwoch). Es sind schon ein paar Quadratmeter, die dieser Berg unschön in der Natur einnimmt und das bereits seit vergangener Woche. Fast mannshoch ist er. Verursacher unbekannt. Da die ehemalige Inneneinrichtung fast säuberlich gestapelt ist, hatte der Müllsünder offenbar alle Ruhe der Welt, seinen Schutt abzuladen, der schon einen größeren Container füllen würde. Es ist nicht das erste Mal, dass dieser Feldweg zur wilden Müllhalde mutiert. Bereits dreimal wurde in den vergangenen drei Monaten dort illegal Müll entsorgt. Und nicht nur dort: In Rheinfeld traute ein Paar kaum seinen Augen bei seinem Neujahrsspaziergang in unmittelbarer Nähe der Kläranlage. Dort am Rande des Gebüschs sah es aus, als hätten Berserker getobt. Müll ohne Ende, breit verteilt. Auf Facebook häufen sich ebenfalls die Meldungen über wilde Müllhalden. So wurde auch in Horrem in Nähe der Schrebergärten große Mengen an Sperrmüll entdeckt. Alleine in 2018 musste die Stadt die Abholung solchen Mülls gleich unzählige Mal veranlassen. In vielen Fällen kümmert sich der Baubetriebshof um die Entsorgung. Im vergangenen Jahr waren das alleine 85 Tonnen, die die Mitarbeiter weggeräumt haben. Handelt es sich um zu große Berge, wie der bei Straberg, rückt ein Entsorgungsunternehmen an, räumt den Mist weg und stellt es der Stadt in Rechnung. Kostenpunkt für die Stadt in 2018: insgesamt 66.000 Euro. Bis Ende November entsorgte oder ließ die Stadt rund 222 Tonnen illegalen Müll legal entsorgen. Für Dezember 2018 rechnet die Stadt nach Aussagen von Pressesprecher Jonathan Benninghaus mit weiteren acht Tonnen Dreck. Dabei wäre es durchaus einfach und vor allem umweltbewusster den Müll richtig zu entsorgen. In vielen Fällen sogar umsonst. Sperrige Gegenstände können auf Antrag abgeholt werden. Sperrige Gegenstände sind solche, die nicht in das graue Sammelgefäß passen, die aber üblicherweise bei einem Umzug mitgenommen werden. Maximal dürfen pro Anmeldung „Sperrmüll“ bis zu drei Quadratmeter als Sperrgut bereitgestellt werden. Zum Sperrmüll gehören beispielsweise Betten, Matratzen, Schränke inklusive Glas oder Spiegel, Teppiche, Sessel, Sofas, Stühle, Tische, Gartenmöbel, Schubkarre oder Regale.
Wer aber gar nicht weiß, wohin mit seinem Müll oder welche Art von Müll er hat und wie er ihn korrekt entsorgt, für den stehen die Mitarbeiter der städtischen Abfallberatung unter Tel. 02133/25 73 02 zur Verfügung. Wer einen Müllsünder erwischt, sollte sich an das städtische Ordnungsamt wenden. Die Mitarbeiter dort nehmen auch anonym Hinweise unter Tel. 02133/25 73 03 entgegen. Wer beim Entsorgen in der Landschaft erwischt wird, sollte wissen, dass es sich nicht um ein Kavaliersdelikt handelt. Die Stadt Dormagen kann in schwerwiegenden Fällen ein Bußgeld von bis zu 10.000 Euro verhängen. -Andrea Lemke

Bei Straberg wurde ein riesiger Berg Sperrmüll in der Landschaft entsorgt. Foto: Andrea Lemke