Behncke möchte Landrat werden

Kampfansage mit Paukenschlag: So kann man die gestrige Pressekonferenz der SPD-Kreistagsfraktion bezeichnen. Die Sozialdemokraten stellten ihren Kandidaten für die Landtagswahl 2020 sowie ihre Wahlkampagne „Hammer-Lösung“ vor. „Ab heute werden wir das Tempo der Politik im Rhein-Kreis Neuss vorantreiben und immer einen Schritt voraus sein“, so lautet die Kernbotschaft von Andreas Behncke, der am vergangenen Mittwoch von der Kreistagspartei zum Kandidaten der SPD für die kommenden Landratswahl im Jahr 2020 gewählt wurde.

Andreas Behncke. (Foto: Archiv)

„Bodenständig und modern, sowie verlässlich und in langen Linien denkend“, stellte sich Behncke der Presse gestern im Restaurant „Alten Bahnhof“ vor. Der 38-jährige Zonser, der in Neuss-Erfttal, ein Brennpunkt, aufgewachsen ist, weiß seiner Meinung nach, was den Menschen wichtig ist. „Die Leute dort wollen nicht mehr hören, dass wir über Probleme sprechen, sie wollen, dass wir sie lösen. Und genau das möchte ich tun und damit zu einem starken Staat zurückkehren.“ Passend zur Kampfansage ist dann auch die Kampagne der SPD im Kreis: „Hammer-Lösung“ heißt es dort. „Rote Häuschen“ werden in den kommenden zwei Jahren im gesamten Rhein-Kreis Neuss dafür sorgen, dass die Nachricht der Sozialdemokraten auch ankommt. Die roten Häuschen werden sinnbildlich für den Wohnungsbau im gesamten Kreisgebiet stehen. „Zu wenig Wohnungen, zu teurer Wohnraum, das bereitet den Menschen im Rhein-Kreis Neuss große Sorgen und Probleme. Damit dieses Problem nicht nur gelindert wird, sondern ganz verschwindet, werden 240 Millionen Euro benötigt“, erklärte Behncke. Dieses Geld wolle er als Landrat den Kommunen zur Verfügung stellen, um so den Wohnungsbau voranzutreiben. Analysen ergäben, dass es bis 2030 an günstigen sozialen Wohnraum fehlen werde. Über die Finanzierung machte er sich keine Sorgen. „Ich werde kreativ an den Haushalt des Kreises rangehen. Das bedeutet, wir werden aus den aufgelegten Fördertöpfen Gelder beantragen. Die Kommunen brauchen keine Finanzierung über die Kreisumlage zu befürchten. Am Ende werde ich auch bereit für eine Kreditaufnahme sein. Der historische Tiefstand der Zinsen bietet dazu eine gute Gelegenheit. “ Zu einem starken Staat gehöre es, den Menschen in den Fokus zu rücken. Auf die Frage, was das heiße, antwortet Behncke: „Sie werden in den kommenden Monaten bis zur Wahl noch viel von mir hören. Zu allen Themen des starken Staates, die die Leute umtreiben. Und Sie werden es immer in der gleichen Weise hören: bodenständig, offensiv, mit einem Plan und einer starken Kommunikation.“ Bereits jetzt im November soll der Wahlkampf starten. „Die Partei und ich wollen anpacken“, so Behncke. (Andrea Lemke)