Auf Wohnungssuche

„Vielen Dank, leider haben wir bereits einen Interessenten für die Wohnung“, war eine freundliche Absage, die Ahmed U. erhalten hat. Welche Antwort würde ein Mann mit deutschem Vornamen im gleichen Fall erhalten?

In vielen Großstädten steigen die Mieten, gleichzeitig herrscht Wohnungsmangel – keine guten Voraussetzungen, um eine neue Bleibe zu finden. Doch auch in kleineren Städten wie Dormagen ist es nicht leichter geworden, eine geeignete und erschwingliche Wohnung zu finden. Verschiedenen Medienberichten zufolge werden Personen mit deutschem Namen teilweise immer noch bevorzugt, wenn Vermieter entscheiden müssen, wer in ihre Immobilie einziehen

Gleichberechtigung zwischen Deutschen und Migranten gibt es bei der Wohnungssuche offenbar nicht. (Foto: Joelle von Hagen)

soll. Die Dormagener Martin L. und Ahmed U. suchen jeweils nach einer neuen Singlewohnung. Sie sind beide Mitte 30, sind festangestellt, bekommen dasselbe Gehalt, sind ledig und haben keine Kinder. Wer von ihnen würde wohl eher eine Einladung zu einem Bewerbungsgespräch erhalten? Das hat sich die Redaktion des SCHAUFENSTERs gefragt und über anderthalb Monate Vermieter in jeglichen Stadtteilen im Namen der beiden fiktiven Wohnungssuchenden kontaktiert. Jedes Mal in einwandfreiem Deutsch, freundlich und sofort mit der Bitte um einen Besichtigungstermin. Die beiden Männer traten dabei in den direkten „Wettstreit“ um dieselbe Wohnung, das heißt die Vermieter wurden in abwechselnder Reihenfolge von beiden kontaktiert. Das Ergebnis ist eindeutig. Zwar wurde Ahmed U. von rund 41,7 Prozent der kontaktierten Vermieter zu Besichtigungsterminen eingeladen, doch die gleichen Antworten hatte auch Martin L. in seinem E-Mail-Postfach. Martin L. erhielt allerdings noch weitere Einladungen zu Besichtigungsterminen, sodass seine gesamte Erfolgsquote bei etwa 63,4 Prozent liegt. Ahmed U. hat gegenüber Martin L. keine einzige exklusive Antwort eines Vermieters bekommen und hatte, obwohl sich die Angaben der beiden Männer nur durch ihre Namen unterschieden bei ungefähr 21,7 Prozent der Vermieter einen Nachtteil. Dieses Verhalten der Dormagener Vermieter ist im bundesweiten Vergleich laut einer Studie von Spiegel und Bayerischem Rundfunk kein Sonderfall. Generell werden laut der Studie Menschen mit ausländischen Namen, ob polnisch oder italienisch, diskriminiert. Ebenfalls belegt wird, dass es Personen mit Namen türkischer oder arabischer Herkunft bei der Wohnungssuche besonders schwer haben. Von ihnen werden Frauen gegenüber Männern meist bevorzugt. Wieso gibt es immer noch Vermieter, die sich bereits im Auswahlverfahren allein wegen eines Namens gegen einen Bewerber entscheiden und sich nicht erst einmal einen Eindruck von ihm machen möchten? Eine Frage, auf die nur solche Vermieter eine Antwort kennen, die sich scheinbar nicht einmal vorstellen können, eine Person mit ausländischem Namen und gleichzeitig gutem monatlichen Einkommen sowie sehr guter deutscher Ausdruckweise auch nur für ein Gespräch in ihre Immobilie einzuladen. (Joёlle von Hagen)

Fallen Parkplätze weg?

Ob die Einwände etwas nützen? Schon jetzt sieht der Parkplatz wie eine Baustelle aus. (Foto: Andrea Lemke)

„Die ohnehin schon knappen Parkplätze in Zons sollen weiter reduziert werden. Die Stadt plant, mehr als die Hälfte der öffentlichen Parkplätze am Herrenweg in Zons „umzunutzen“ und an einen Bauträger zu verkaufen, um darauf Wohnhäuser zu errichten“, schreibt der Heimat- und Verkehrsverein Zons (HVV) in einer Pressemitteilung, die die Redaktion erreichte. Wegen angeblich mangelnder durchschnittlicher Auslastung der rund 100 Stellplätze werden mit dieser Planung rund 60 Plätze dauerhaft entfallen. Im Rahmen der aktuellen Öffentlichkeitsbeteiligung spricht sich der Vorstand des HVV entschieden gegen diese Planungen aus, weil damit 60 dringend benötigte Parkplätze ersatzlos wegfallen sollen. „Als einer der Hauptveranstalter wissen wir, dass Durchschnittszahlen keinerlei Bedeutung haben“, so der HVV. Für Zons zähle nur die Spitzenbelastung an den vielen Veranstaltungstagen und sonnigen Wochenenden, an denen jeder Parkplatz dringend benötigt werde. „Unser diesjähriger Matthäusmarkt stand wegen fehlender Parkplätze durch die nicht abgestimmte Sperrung der Tiefgarage und der Archiv-Dauerbaustelle kurz vor dem Aus und konnte nur durchgeführt werden, weil unsere Marktteilnehmer auf dem Dormagener Schützenplatz parken mussten“, erklärte der HVV. Bei einem ersatzlosen Wegfall der Stellplätze würde sich die touristische Infrastruktur in der Zollfeste deutlich verschlechtern und der Ärger vieler Anwohner und Besucher weiter zunehmen. Nach Meinung des HVV sollten sich Politik und Verwaltung dafür einsetzen, die Parksituation zu verbessern anstelle sie weiter zu verschlechtern. Mit seiner Einwendung gegen die Vorentwürfe appelliert der Vorstand deshalb an die Politik, „in diesem Fall auf zusätzliche Einnahmen für die Umnutzung der heutigen Parkflächen zu verzichten, um die örtliche und touristische Infrastruktur der alten Zollfeste für Bewohner und Besucher lebens- und liebenswert zu erhalten. (-sf/ale)

VdS wird immer kleiner

Zum Jahresbeginn 2019 wird sich die Vereinslandschaft in Nievenheim verändern. „Der bisher als Mehrspartenverein aufgestellte ,Verein der Sportfreunde Nievenheim’ (VdS) wird seine derzeitigen Abteilungen ,Turnen’ und ,Radsport’ in die Selbständigkeit überführen“, heißt es in einer Pressemitteilung, die vergangene Woche verschickt wurde.

Der VdS Nievenheim gliedert immer mehr Abteilungen aus. (Foto: Andrea Lemke)

Der neue Verein „VbN“ („Verein bewegt Nievenheim“) wird die bisherige Turnabteilung sowie die Fitness- und Volleyballgruppe umfassen. Die Radsportler firmieren als eigenständiger Radsportverein unter  „RSC Nievenheim“. Alle Fußballaktivitäten verbleiben im VdS Nievenheim. „Nachdem sich die Judoabteilung unseres Vereins zum 1. Juli diesen Jahres erfolgreich als eigener Club ausgegründet hatte, haben wir gemeinsam überlegt, ob die Organisationsform ,Mehrspartenverein’ mit einem abteilungsübergreifendem Hauptvorstand noch erforderlich sei“, erklärt die Vorsitzende Daniela Herz. „Mittlerweile haben wir die Weichen für drei selbständige Vereine mit sportartspezifisch agierenden Vorständen gestellt. Die Satzungen sind geprüft und verabschiedet, die Gründungsversammlungen durchgeführt“, berichtet die stellvertretende Vorsitzende Doris Meya, die zukünftig dem neuen Verein „VbN“ vorsteht. Im RSC-Vorstand bekleidet Bernd Kratz die Position des Vorsitzenden. Auch die bisherige Fußballabteilung wird ihren Führungsstab, angeführt von Siegfried Ritterbach und Heinz-Walter Giesen, als Vorstand des „neuen“ VdS Nievenheim einsetzen. „Seit die Änderung der Vereinsstruktur angegangen wurde, konnte eine positive Aufbruchsstimmung überall spürbar wahrgenommen werden“, resümiert Werner Völkel, Kassenwart im VdS-Vorstand. (-sf/ale)