4.000 Haushalte waren von Stromausfall betroffen

Aufgrund eines Defekts in einer Trafostation kam es am vergangenen Montag, 12. November,  gegen 13 Uhr zu einem etwa 30 bis 45 minütigen Stromausfall, davon betroffen waren Teile von Gohr, Nievenheim und Straberg. Der technische Defekt trat in einer Trafostation auf der Horremer Straße in Straberg auf und führte zu dem großflächigen Stromausfall. Von der Versorgungsunterbrechung waren etwa 4.000 Haushalte betroffen.
Feuerwehr und Bereitschaftsdienst der „energieversorgung dormagen GmbH“ (evd) waren schnell vor Ort. Um die betroffenen Haushalte schnellstmöglich wieder mit Strom zu versorgen, wird die Stromversorgung über andere Stationen gewährleistet, bis der Schaden behoben ist. -sf/ale

„Eigentümer verhindert Entwicklung der Innenstadt“

Dass es langsam auf den Kommunalwahlkampf zugeht, obwohl die Wahlen selber erst im Jahr 2020 sind, merkt man daran, dass sich bereits einige Politiker in Position bringen. Die FDP hat mit Karl-Heinz Meyer bereits ihren Bürgermeisterkandidaten benannt, Andreas Behncke von der SPD möchte neuer Landrat werden. Und was sagt Bürgermeister Erik Lierenfeld zu alledem? Das SCHAUFENSTER fragte nach.

SCHAUFENSTER (SF): Herr Lierenfeld, es scheint, dass die einzelnen Parteien sich schon langsam in Position für die Kommunalwahlen im Jahr 2020 bringen. Karl-Heinz Meyer hat beispielsweise schon seinen Hut in den Ring für Ihren Posten geworfen. Wie ist es denn mit Ihnen?
Erik Lierenfeld: Ich treffe im Laufe des nächsten Jahres die Entscheidung, ob ich wieder kandidiere.
SF: Auch die CDU bringt sich bereits in Stellung. Die beiden Rheinfelder Ratsherren Kai Weber und Thomas Sollik beispielsweise wollen für ihren Stadtteil die Schließung der Flüchtlingsunterkunft „An den Maieichen“. Ist das Taktik oder tatsächlich sinnvoll?
Erik Lierenfeld: Bei einer solchen Entscheidung ist ein hohes Maß an Verantwortung gefragt. Der Platz wäre in der Tat da und wir könnten die Menschen woanders unterbringen. Aber müssen, sollen oder können wir das? Ich möchte an dieser Stelle ein großes Lob an den Stadtrat richten, der damals, als es darum ging, die Flüchtlingsunterkünfte in den einzelnen Stadtteilen zu errichten, wirklich vorbildlich agiert hat. Das wünsche ich mir in diesem Fall auch. Niemand weiß, wie die Lage in ein, zwei Jahren aussieht, ob wir dann überhaupt noch Plätze benötigen. Aber wenn ich mir die Entwicklungen in der Welt, in Europa anschaue, dann ist deutlich zu erkennen, dass immer noch zahlreiche Menschen auf der Flucht sind. Jeden Tag kommen auch in Deutschland immer noch flüchtende Menschen an.
SF: Sieht es denn so aus, als ob wir weitere Flüchtlinge aufnehmen müssen?
Erik Lierenfeld: Bis dato nur in wenigen Einzelfällen. Wir haben unsere Pflicht bislang erfüllt. Allerdings ist unsere Erfüllungsquote aktuell auf 95 Prozent abgesunken, so dass wir für das kommende Jahr wieder mit Zuweisungen rechnen müssen.
SF: Welche Flüchtlingsunterkunft würden Sie schließen wollen, immerhin liegt die Belegungsquote insgesamt nur bei 70 Prozent?
Erik Lierenfeld: Mir persönlich ist es egal, ob oder wo wir eine Unterkunft schließen. Wir sind durch die gegenwärtige Lage in einem Vorteil. Denn wir haben es geschafft, durch die vorhandenen Räumlichkeiten Probleme zu entzerren. Enger Raum fördert nun einmal soziale Konflikte. Bei uns ist es ruhig in den Unterkünften. Man kann natürlich das Thema wirtschaftlich betrachten oder sozialkritisch. Beide Sichtweisen haben ihre Berechtigung. Ich wünsche mir daher auch in dieser Entscheidung ein verantwortungsvolles Handeln aller Beteiligten. Das bedeutet, dass wir uns die Zeit nehmen sollten, in Ruhe zu überlegen und Kriterien festzulegen, welche Unterkunft als erste „aufgegeben“ wird.
SF: In der Innenstadt wird an vielen Ecken gebaut. Nur auf dem ehemaligen Zuckerfabrikgelände tut sich nichts. Wie ist die Sachlage dort?
Erik Lierenfeld: Aufgrund des aktuell vorliegenden Seveso-Gutachtens ist ein großflächiger Einzelhandel nach derzeitigen Erkenntnissen nicht realisierbar. Ein Fachmarktzentrum – wie bisher geplant – ist dort also ausgeschlossen.

SF: Wie geht es denn dann mit dem Areal weiter?
Erik Lierenfeld: Wir sind bereits seit längerer Zeit im Gespräch mit dem Eigentümer (Eigentümer ist die Edeka; Anmerkung der Redaktion). Wir würden das Gelände gerne erwerben. Wir könnten uns als Stadt vorstellen, dort Gewerbe anzusiedeln.

SF: Warum kauft die Stadt dann das Grundstück nicht, wenn der Eigentümer das angedachte Fachmarktzentrum gar nicht bauen kann?
Erik Lierenfeld: Das ist eine Frage an den Eigentümer. Denn wir würden, wie gesagt, das Gelände gerne kaufen. Am Ende verhindert der Eigentümer leider so die Entwicklung der Innenstadt.

SF: Kommen wir zu einem anderen Thema. Am vergangenen Mittwoch besuchten Sie das Tierheim Dormagen, dass aufgrund eines großen Wasserschadens in echte Probleme geraten ist. Was war Ihr Eindruck?
Erik Lierenfeld: Und kann die Stadt dem Tierheim helfen? Mein Eindruck war, dass durch die tolle Unterstützung vieler Dormagener schon viel bewirkt werden konnte. Auch die Stadt unterstützt unser Tierheim. Ich setze mich dafür ein, dass der Stadtrat den vom Tierheim beantragten Zuschuss beschließt.
(Das Gespräch führte Andrea Lemke).

Bürgermeister Erik Lierenfeld wird erst im kommenden Jahr sagen, ob er noch einmal für das Amt kandidieren wird. Foto: Andrea Lemke

Messerstecher in U-Haft

Seit vergangener Woche Donnerstag sind die Bewohner der beschaulichen Zollfeste geschockt, denn aus einer Halloween-Nacht wurde tatsächlich eine Horrornacht, bei der zwei 16-Jährige schwer verletzt wurden. Noch unklar sind die Hintergründe einer Auseinandersetzung zwischen zwei jugendlichen Gruppen in der Nacht zu Donnerstag vergangener Woche an der Deichstraße in Zons. Nach ersten Ermittlungen der Polizei gab es Streit zwischen den Gruppen, der so weit ging, dass am Ende zwei Brüder niedergestochen wurden. Wie das SCHAUFENSTER erfuhr, bekam ein Opfer zwei Stiche, das andere sechs Stiche ab. Die Verletzungen waren so schwerwiegend, dass beide Jungen noch in der Nacht not operiert werden mussten. Lebensgefahr besteht nicht mehr. Beide sind ansprechbar. Die vor Ort eingetroffene Polizei fahndete sofort nach den Tätern und wurde schnell fündig. In Tatortnähe konnte sie drei Jugendliche im Alter von 15, 15 und 16 Jahren vorläufig festnehmen. Der Hauptverdächtige unter ihnen, ein 16-jähriger Dormagener, wurde am Freitag vergangener Woche dem Haftrichter vorgeführt. „Er sitzt nun in Untersuchungshaft. Die anderen beiden wurden wieder frei gelassen“, erklärte Marcel Fiebig von der Polizei Düsseldorf, die die Pressearbeit in diesem Fall übernommen hat. Der gesamte Sachverhalt wird derzeit durch die Staatsanwaltschaft in Düsseldorf als versuchtes Tötungsdelikt in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung bewertet. Eine Mordkommission „Deich“ unter Koordination der Polizei wurde in der Landeshauptstadt eingerichtet. Sowohl die Polizei als auch die Staatsanwaltschaft Düsseldorf bestätigten Gerüchte nicht, dass die beiden Opfer einem Mädchen zur Hilfe geeilt seien. „Zurzeit gehen wir davon aus, dass es in irgendeiner Form eine Verabredung von zwei Gruppen gegeben hat. Mädchen waren auch dabei, wurden aber nicht verletzt“, so Fiebig. Die Opfer seien alle männlich gewesen. Neben den Brüdern seien zwei weitere Jugendliche ebenfalls verletzt worden. Laut Polizeiangaben ist der Täter Deutscher und in Deutschland geboren. „Es liegen auch keine Vorstrafen vor. Allerdings läuft zurzeit ein Ermittlungsverfahren wegen Sachbeschädigung. Das Verfahren ist aber noch nicht abgeschlossen. Es scheint auch so, als ob es nichts Gravierendes gewesen sei“, so Staatsanwalt Mathias Ridder am Donnerstag auf Anfrage des SCHAUFENSTERs.-Andrea Lemke