Die Apfelsaison ist eröffnet

Seit vergangenem Donnerstag ist die Apfelsaison im Rheinland eröffnet. Dazu besuchte Staatssekretär Dr. Heinrich Bottermann den Latourshof von Iris und Obstbaumeister Max-Peter Busch.Auf insgesamt elf Hektare baut die Familie Busch Äpfel aller Art an. Und das Wort Familie kann man durchaus Ernst nehmen, denn neben dem Ehepaar arbeiten auch die Söhne Henrik (19), Tim (16) und Nils (14) schon fleißig mit. Das geht natürlich nicht ohne Erntehelfer, denn dazu müssen viel zu viele Äpfel geerntet werden. In der Regel 300 Tonnen. Daher helfen neben den beiden festen Mitarbeitern auch zwölf Saisonarbeiter mit. Die Äpfel des Latourshofs werden zu 100 Prozent direkt an den Verbraucher vermarktet. Los geht es jetzt mit den Frühäpfeln wie beispielsweise dem Delbar, der für Ines Busch der leckerste ist. Durch den heißen Sommer steht aber quasi auch schon des Verbraucher liebstes Kind zur Ernte bereit: der Elstar. „Normalerweise ist der erst in der zweiten Woche im September dran“, erklärt die Expertin. Seit 1991 hat sich der Hof auf Sonderkulturen spezialisiert. Dazu zählen Kern- und Steinobst. So zum Beispiel Zwetschgen, Aprikosen, Birnen sowie die Äpfel. Jedes Jahr wird die Apfelsaison im Rheinland auf einem anderen Hof eröffnet. In diesem Jahr kam die Anfrage an die Buschs, die dieser gerne gefolgt sind. Bei einem leckeren Stück Apfelstreusel und frisch abgefüllten Apfelsaft, sehr zur Freude der Wespen, eröffnete Dr. Bottermann die Saison. Der Vizepräsident des Provinzialverbandes Rheinischer Obst- und Gemüsebauern, Georg Boekles, wies zuvor daraufhin, dass die Ernteerwartung alleine im Rheinland bei 41.500 Tonnen läge. Das sei 51 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Hörte sich gut an, sei aber ein Vergleich, der hinke. Im vergangenen Jahr habe der späte Frost große Teile der Ernte zerstört. „Die starken Jahre wie 2015 oder 2016 werden auch in diesem Jahr nicht erreicht. Das liegt vor allem an den heißen Tagen, die zu einer verkürzten Apfelblüte geführt haben.“ Keiner wisse daher, wie viele davon in der kurzen Zeit bestäubt worden seien. Apfelbauern kämpften auch schon heute mit dem Klimawandel. Der Hagelschlag habe stark zugenommen. „Daher sehen die Verbraucher auch vermehrt Hagelnetze, die die Äpfel schützen, im Übrigen auch vor Sonnenbrand. Sie sehen nicht schön aus, aber wir brauchen sie“, bat er um Verständnis. Das Obst auf dem Latourshof wird durch Wildbienen aus einem naheliegenden Biotop und zwei Bienenvölkern eines hiesigen Imkers bestäubt. Die Verbraucher dürfen sich in diesem Jahr vor allem auf eines freuen: süße Äpfel. Dem Geschmack hat die viele Sonne gut getan. -Andrea Lemke
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Jedes Jahr am 1. Mai feiert die Familie Busch ihr traditionelles Apfelfest. Dann gibt es die Gelegenheit, den Ort kennenzulernen, wo das, was gegessen wird, eigentlich herkommt. In Dormagen gibt es gleich mehrere Hofläden, die Köstlichkeiten verkaufen, die direkt vor der Türe wachsen.

Ab sofort gibt es frisch geerntete Äpfel aus Dormagen. Foto: Andrea Lemke