Sommer, Sonne und Musik am Fühlinger See

Nur einen Katzensprung von Dormagen entfernt zelteten jetzt wieder zehntausende Festivalgänger, um auf der Summerjam am Fühlinger See die Konzerte ihrer Lieblingsbands und -sänger zu erleben. Doch die Party war nach den Auftritten meist noch lange nicht vorbei.
Ein Festival nur für Brokkolilutscher und Barfußgänger? Die Klischees eines Reggae-Festivals müssen sich die Musikfans, die jährlich immer Anfang Juli zur Summerjam pilgern, wohl noch länger anhören. Doch schon seit vielen Jahren zieht das Festival des Sommers ein ganz gemischtes Publikum an. Es mag daran liegen, dass mittlerweile auch viele Künstler anderer Musikrichtungen auftreten oder aber daran, dass viele Besucher vor allem die entspannte Zeit am Fühlinger See genießen möchten. Obwohl in diesem Jahr viele Barfußgänger unterwegs waren, was aber vermutlich an den hochsommerlichen Temperaturen lag, die nur selten von dem ein oder anderen Regenschauer unterbrochen wurden.
Montags, also vier Tage vor den ersten Konzerten, öffnete das Gelände um den Fühlinger See seine Tore für die Camper. Ja, auch schon so früh reisten viele Festivalgänger an, um entweder besonders nah an einem der Eingänge zu zelten, direkt von der Isomatte in den See springen zu können oder aber auf jeden Fall wieder den lieb gewonnen Campingplatz aus dem vergangenen Jahr zu erwischen. Was macht man dann so lange auf dem Zeltplatz? Flunkyball spielen (ein Trinkspiel). Oder aber einfach ein bisschen Urlaub mit vielen Gleichgesinnten auf engstem Raum. Denn spätestens ab Donnerstag war es das mit der Idylle am See. An diesem Tag war das Campen für Ticketbesitzer kostenfrei und auf jedem freien Quadratmeter Wiese wurde ein Zelt aufgebaut. Manche sogar am Abhang oder auf dem Schotterweg.
Die Konzerte fanden auf der großen Insel inmitten des Fühlinger Sees statt, welche trockenen Fußes nur noch über die Brücken zu erreichen war. Los ging es an jedem der drei Tage am frühen Nachmittag mit Auftritten auf zwei Bühnen. Zwar war mit „Brings“ vor einigen Jahren eine Band zu Gast, die aus dem Kölner Karneval bekannt ist, doch sprangen die Musiker nur als Vertretung ein. Mit dem Auftritt der Brasspop-Band „Querbeat“ eröffnete in diesem Jahr zum ersten Mal eine kölsche Partyband die Summerjam. Das kam ganz gut an – weit mehr Besucher wühlten durchs Tanzen Staubwolken auf und sangen die Texte mit als bei anderen Konzerten zu Beginn eines Festivaltages. Auch sonst setzten die Veranstalter auf aktuelle Musiktrends und erfüllten vielen Fans mit der Einladung des Afro Trap-Künstlers MHD einen Herzenwunsch. Auch bei Hip Hop-Artists wie Trettmann oder RIN feierten die Menschenmassen vor der Bühne. Eine absolute Party lieferte der Freitags-Headliner Materia ab, der einerseits mit seiner Performance inklusive Pyrotechnik die Bühne „abriss“ und sich andererseits „zum Greifen nah“ den Moshpit seines eigenen Auftritts nicht entgehen ließ. Natürlich sorgten traditionsgemäß auch viele Reggae-Künstler für entspannte Vibes. Allen voran Gentleman, aber auch Tarrus Riley oder Inner Circle lieferten grandiose Shows ab. Besonders Chronixx hatte zum obligatorischen Feuerwerk am Sonntagabend einige soundtechnische Überraschungen im Gepäck und machte ordentlich Stimmung. Richtig abtanzen konnten die Festivalbesucher auch bei den Auftritten von Dancehall-Künstlern wie Alkaline, Stonebwoy und Charly Black. Als die Lichter der Bühnen am Freitag und am Samstag ausgingen, war aber noch lange kein Ende in Sicht. Dann standen nämlich die DJs und Soundsystems im Vordergrund. Ihre Party ging bis in die Morgenstunden hinein und auch wenn man nur noch wenige Stunden schlafen konnte, bis es im Zelt zu heiß wurde, nahmen das viele Summerjambesucher sehr gerne in Kauf. -Joëlle von Hagen
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Info: Wer einmal bei der Summerjam am Fühlinger See dabei sein möchte, sollte regelmäßig die Homepage auf www.summerjam.de checken. Dort werden alle aktuellen Infos zum Festival 2019 bekanntgegeben. Natürlich auch, wann der Ticketvorverkauf startet und welche Musiker auftreten werden.

Hochsommer am letzten Festivaltag: Die Sonne schien den ganzen Sonntag. Foto: Joëlle von Hagen

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